.... Hypnose kann als Brücke zwischen Körper und Seele gedacht werden. In der Trance ist es möglich, mit unwillkürlichen, intuitiven Prozessen Kontakt aufzunehmen und dadurch mit „dem Unbewussten“ zu kommunizieren. Symbolisierungen dieses unbewussten Wissens schaffen ein neues Verständnis und ein Verändern der Symptomatik.

Meist sind psychosomatische Symptome für Patient*innen schwer zu verstehen. Der Körper reagiert anders als erwartet, es besteht ein Konflikt zwischen „dem Ich“ und „dem Körper“. Dabei ist der Patient häufig orientiert auf das Tun im Außen, aber das Symptom befindet sich auf der Ebene des Seins. Nach Innen gehen in eine hypnotische Trance bietet die Möglichkeit, Kontakt mit dem Körper zu bekommen, den Körper bewusst zu erleben, sowohl orientiert auf Ressourcen und Wohlbefinden, als auch im Erforschen von Problemen und Symptomen. 

Bereits in den anthropologischen Grundannahmen der Psychotherapie Milton Ericksons ist der Ausgangspunkt jeder Therapie eine Orientierung auf die individuelle Kompetenz, einzigartige Problemlösungen aufzufinden. Diese konsequente Ressourcenorientierung in der Hypnotherapie initiiert und fördert Selbstheilungsprozesse auf allen Ebenen und verweist damit auf erfolgreiche Konzepte anderer Disziplinen, in denen der Fokus auf Potenziale der Gesundung gelegt wird, z.B. Salutogenese, Resilienz, Coping und Autopoiesis.

Hypnotherapeut*innen nutzen eine Vielfalt konkreten Vorgehensweisen und Methoden, um psychosomatische Symptome zu bewältigen, z.B. Entwicklung von Metaphern für körperliche Erfahrungen, Aktivierung innerer Selbstanteile für Symptom oder Heilung, Erforschung biografischer Hintergründe der Symptomatik mittels Affektbrücke oder ideomotorischen Signalen.

 

Forschungsergebnisse bestätigen die Effektivität der Hypnose in diesem Bereich, z.B. führt laut dem Schmerzforscher M.JENSEN die Kombination Kognitiver Verhaltenstherapie und Hypnose bei Schmerz zu einer Verdopplung des Effektes.

Auch gesellschaftlich ist das Thema relevant. Die Beziehung zum Körper zeigt sich z.B. in den medial präsenten Bildern von Körperidealen oder modernen Formen des Körperkults, so dass sich hier fragen lässt: Ist der Körper das Haus der Psyche oder ein Objekt?

 

Die kommende Jahrestagung der M.E.G. widmet sich diesem vielfältigen Themenbereich. Namhafte Referent*innen präsentieren bewährte und neue innovative Ansätze zur Therapie und Prävention, z.B. zu Psychoneuroimmunologie oder zur Verbindung von Hypnotherapie mit Körpertherapie.

 

Es erwarten Sie ca. 20 Vorträge und 100 Workshops.

Auch die Reihen „Medizin & Hypnose“, sowie „MEGscience“ laden wieder zum Diskutieren ein.

Neuer Veranstaltungsort ist der Kongress Palais Kassel!